Neuseeland

Lagerfeuergeschichten

Tag 41 (09. Januar) – Auf zur Luxmore Hut

So starteten wir heute die erste Tagesetappe des Kepler Tracks zur Luxmore Hut, auf der wir glücklicherweise noch zwei von über vierundfünfzig Betten ergattern konnten. Ausgestattet mit Rucksack, Schlafsack, Essensvorräten und Wasserschlauch machten wir uns früh morgens auf den Weg, um die 17 km bis zur ersten Hütte in den Bergen zurückzulegen.

Nachdem wir dem Track etwa eine Stunde durch den Wald folgten, ging es steil bergauf. Sehr steil und umgeben von dichtem Wald und lange war kein Ende in Sicht.

Aber mit Zeit, einigen Pausen und viel positiven Zuspruch erreichten wir bald die Baumgrenze und genossen die restlichen Kilometer auf dem Grad des Berges zu wandern.

Die Luxmore Hut ist super ausgestattet. Dort gibt es einen riesigen Schlafsaal, einen großen Aufenthaltsraum mit Kochbereich. Außerdem trafen wir auf viele Kea (ähnlich wie Papageien) die in den alpinen Landschaften zuhause sind und besonders nach Essensresten Ausschau halten.

Nachdem wir uns unsere Betten gesichert hatten, stärkten wir uns erstmal mit unserem mitgebrachten Proviant uns genossen den Blick auf den See, die anderen Berge und das weite Land. Die Hütte liegt wahnsinnig schön und allein dafür hatte sich der Aufstieg gelohnt.

Wir vertrieben uns zuerst die Zeit mit einem Puzzle, dass in der Hütte herumlag, um danach die Höhlen in der Umgebung zur erkunden. Allzu tief wagten wir uns aber nicht hinein.

Abends unterhielten wir uns angeregt mit einem älteren australischen Ehepaar, genossen den Sonnenuntergang, der die Wolken feuerrot erleuchtete und schliefen erschöpft, aber glücklich unter dem Krächzen der Keas ein.

Tag 42 (10. Januar) – Erholung

Tatsächlich hatte kurz in unserem Kopf die Idee herumgespuckt, die restlichen rund 35 Kilometer des Tracks in einem Rutsch zurückzulegen, brachte uns das Wetter zur Vernunft. Draußen war typisches Waschküchenwetter, wir konnten also rund 100 Meter weit sehen und somit waren auch keine schönen Ausblicke möglich. So stiegen wir nach dem Frühstück gestärkt hinab, wobei der Abstieg durch den Wald sich schon etwas hinzog.

Am Auto gönnten wir uns erst einmal eine herzhafte Brotmahlzeit mit Ei, Käse und sauren Gurken. Herrlich. Weiter ging es zu einem kleinen Vogelpark, der wie so vieles in Neuseeland frei und kostenlos zugänglich ist. Dort konnten wir einige einheimische Vogelarten bestaunen.

Da die Nacht auf der Hütte mit ungefähr 30 Leuten in einem Raum und vielen Schnarchnasen nicht die Beste war, entschieden wir uns schon im nächsten Ort unser Lager aufzuschlagen, etwas Schlaf nachzuholen, eine Dusche zu nehmen und den Abend zu genießen.

Tag 43 (11. Januar) – Rakuta Wetlands und neue Bekanntschaften

Ausgeschlafen, frisch geduscht und mit einem leckeren Frühstück starteten wir in den nächsten Tag, froh die Nacht wieder in unserem treuen Jimmy verbracht zu haben. Nur fuhren wir etwas zu euphorisch los und vergaßen doch glatt unsere Kühltasche mit Kühlakku, Joghurt und Käse mit einzupacken. So mussten wir nach zehn Minuten noch einmal umdrehen, um die vergessene Ware wieder einzupacken.

Der erste Halt heute fand an den Rakuta Wetlands statt. Wir hatten nicht viel erwartet, waren dann aber angenehm überrascht von dem riesigen, künstlich angelegten Sumpfgebiet. In der Nähe gibt es ein Wasserkraftwerk mit einem Stausee und die Sumpfgebiete dienen als natürliches Rückhaltebecken für weiteres Wasser. Wir wollten zuerst nur einen Aussichtspunkt aussuchen, erwischten uns dann aber doch dabei, eine Stunde durch das Gebiet zu laufen.

Nach der Rückkehr stärkten wir uns dann am Auto und ehe wir uns versahen waren wir in ein Gespräch mit einem älteren deutschen Ehepaar verwickelt. So versuchten wir unser essen nebenbei zu uns zu nehmen, während wir uns über Neuseeland austauschten.

Weiter ging es dann zum Lake Monowai. Auch hier gab es wieder einen wunderbaren halbstündigen Rundweg durch eine bezaubernde Waldlandschaft, den wir teils barfuß, teil fröhlich pfeifend zurücklegten. Danach schlugen wir unser Lager am See auf und gönnten uns einen frühen Nachmittagsschlaf.

Als wir aufwachten, war der Parkplatz vor uns ebenfalls belegt und so lernten wir Pauli und Jojo kennen. Beim Kochen fragten sie uns, ob wir mit ihnen zusammen essen wollten, wir willigten ein und daraus wurden zwei wunderbare, lustige und erfüllende Tage.

 

Tag 44 (12. Januar) – Ein schöner Tag …

Nach einem gemeinsamen Frühstück bestehend aus Pfannkuchen und Obstsalat ging es zum Mt. Burns.

Eine 45-minütige Autofahrt brachte uns zum Startpunkt, von wo wir umgeben von umherziehenden Wolkenfetzen, welche immer wieder einen Blick auf die grandiose Berglandschaft boten, unseren Aufstieg durch einen verzauberten, feengleichen Wald begannen. Das Moos, dass von den Bäumen hing, war vom gestrigen Regen noch ganz nass und bot eine angenehm kühle Atmosphäre.

 

Umso größer war der Kontrast, als wir aus dem Wald heraus in die Sonne traten, welche nach und nach die Wolken und den Nebel auflöste, und die uns umgebende Berglandschaft immer klarer wurde.

Mit dem Blick auf Mt. Burns zu unserer linken und einer weiter entfernten Bergkette zu unserer rechten stiegen wir weiter auf, passierten mehrere kleinerer Seen und machten es uns dann auf einem Fleckchen Grass gemütlich.

Dort blieben wir für eine lange Weile ohne Langeweile, entspannten und unterhielten uns über dies und das. Dort zu liegen, die Beine auszustrecken und nette Menschen um sich zu haben, hat etwas tiefenentspannendes und gleichzeitig glücklich machendes. Und erinnert auch an all die lieben Menschen, auf die wir uns schon zu Hause freuen.

Auf der Rückfahrt erkundeten wir noch einmal den Wald von gestern – und zu viert sieht dieser doch auch wieder ganz anders aus. Andere Dinge fallen ins Auge und andere Dinge passieren. Wie eine Wald-und-Fluss-Challenge. Stein ins Wasser werfen, das Wasser berühren, mit den Füßen drinstehen und mit geschlossenen Augen die Swingbridge über den Fluss überqueren, während die anderen wackeln, schweigen oder einen mit Grashalmen kitzelnd zur Verzweiflung treiben wollen. Wie schön es doch manchmal ist, einfach Kind zu sein und mit simplen Handlungen so viel Spaß zu haben.

Abends ergatterten wir zwei Plätze direkt am See nebeneinander und spannten mit unserer Wäscheleine ein Volleyballnetz. Pauli und Jojo spielen Volleyball in Berlin, aber Cora und ich gehen ja auch manchmal freitags zum Volleyball und so war es dennoch keine Überraschung, dass wir die beiden am Ende besiegten, was sie wohl etwas verschämt. Darauf einen Fisch-Siegesabklatscher.

Später gab es eine Kombination aus Couscous-Salat und Kartoffeln, Salz und Olivenöl. Himmlisch. So gestärkt versuchten wir ein Lagerfeuer in Gang zu setzen, was mehr schlecht als recht gelang. Als in der späten Nacht die Sterne zu sehen waren und auch die Milchstraße so langsam zum Vorschein kam, verabredeten wir uns für zwei Uhr nachts, um den Sternhimmel in seiner Gänze bewundern zu können.

Wir kamen zwar alle recht schwer aus dem Bett/ Auto – aber es hat sich gelohnt. Die Milchstraße als Hintergrundleuchten hinter den Sternen zu sehen und einen Sternenhimmel, den man sich in den überleuchteten Städten nur wünschen kann, war einmalig.

Tag 45 (13. Januar) – Und  weiter geht’s …

Abschied nehmen. Nachdem wir auf dem Campingplatz eigentlich nur einen Tag bleiben wollten, hatte uns die Gemeinschaft von Pauli und Jojo dazu bewegt, hier einen schönen Tag länger zu verweilen und das Leben in Neuseeland zu genießen. Aber für die beiden ging es weiter in den Norden, während für uns die Weiterfahrt in den Süden anstand. Aber da die beiden in Berlin wohnen, hat man sich bestimmt nicht zum letzten Mal gesehen. Man bekommt nicht immer eine Chance, mal eine Städtereise nach Wuppertal zu unternehmen ?.

Für uns ging es weiter in Richtung Clifden, wo wir die Erkundung der Höhlen aufgrund akuter Magenprobleme unterließen und uns stattdessen eine Swingbridge anschauten. Dann gab es für uns endlich wieder das Meer zu sehen und zum ersten Mal konnten wir einen Blick auf die Südküste erhaschen. Und das war mit dem blauen Meer, den langen Stränden und schönen Klippen sehr beeindruckend.

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