Neuseeland

Auckland – warum im März nicht gut Autoverkaufen ist und ein Wiedersehen

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Ziel war es, unser Auto Anfang März in Auckland zu verkaufen. Da zur Zeit viele Leute das Land verlassen und nur wenige neu kommen, wird dies definitiv nicht einfach werden. Verbringt also unser (hoffentlich und leider) letzten Tage mit unserem Jimmy. 

Tag 89 (28. Februar) – Wandern im Waitawa Regional Park

Heute verschlug es uns in den Waitawa Regional Park. Generell fällt auf, dass es in der Gegend rund um Auckland viele Regional Park gibt. Vermutlich tolle Naherholungsgebiete für die Bewohner Aucklands. Und diese haben es in sich. Meist sind sie durch ein elektronisches Gatter geschützt, so dass die Parks nur für bestimmte Zeiten (meist. 6 Uhr morgens bis 9 Uhr abends) zugänglich sind und auch das Übernachten nur mit Autos, die self-contained sind, möglich ist.

Blick aus dem Waitawa Regional Park

Der Waitawa Regional Park bot unter anderem sechs verschieden Wanderwege und ein dichtes Mountainbike-Netz und dazu noch tolle Ausblicke auf umliegende Inseln und das Meer. Wir entschieden uns, einen Wanderweg zu erkunden, welcher uns über grüne Wiesen führte. Unter anderem entlang einer neugierigen Kuhherde.

Ohhh, sie hat Grass. Alle da hin, aber flott. 

Als nächstes Ziel hatten wir die Hunua Falls auserkoren und waren ganz erschrocken, als wir nach kaum einer Minute Fußweg schon vor dem Wasserfall standen. Wieder einmal eingerahmt in einen majestätischen Bilderrahmen.

Van Gogh hätte es wohl nicht besser hinbekommen
Ein ganz tolles Gemälde

Aber auch von weiter weg hatten wir einen guten Blick auf den Wasserfall:

Hunua Wasserfall

Mittlerweile sind wir an einem Punkt angekommen, an dem wir voll sind. Voll von Eindrücken und Geschehnisse, voll von Wasserfällen und tollen Landschaften und voll von der Besonderheit Neuseelands. Jeder Reisende, das ergibt auch der Austausch mit anderen, ist irgendwann an diesem Punkt. Eigentlich schade, dass man sich immer an die schönen Dinge gewöhnt und diese irgendwann nichts besonderes mehr herstellen. Wir hoffen im Moment, dass der Autoverkauf einigermaßen von statten geht und wir dann befreit und mit neuer Erkundungslust die Northlands erkunden können. Aber ein paar entspanntere Tage sind jetzt das Richtige, um auch mal wieder die Erfahrungen der letzten Tage und Wochen sacken zu lassen.

Tag 90 (1. März) – Baden am Wasserfall

Tag 90 unserer Reise durch Neuseeland ist gleichzeitig der Anbruch unseres letzten Reisemonats. Schon blöd, dass der Februar einfach nur 28 Tage hat. Mal gucken, welche Versicherung für den Diebstahl von 3 Reisetagen aufkommt.

Ein relativ entspannter Tag lag heute vor uns, der mit einem Bad an einem Wasserfall seinen Höhepunkt fand.

Hier nehmen sich Drecksspatzen gerne ein Bad

Abends ging es dann zur Orua Bay, wo wir den Campingplatz fast für uns alleine hatten. Abends konnten wir schon vom Strand aus im Osten die Lichter Aucklands erblicken und auch die großen Flugzeuge über uns in der Einflugschneise waren ein untrügliches Zeichen, dass wir der größten Stadt Neuseelands immer näherkamen.

Der Strandspaziergang am Abend zeigte uns dann wieder, wie schön es ist, zu zweit über die Geschehnisse der letzten Tage zusammen zu sprechen, die Abendstimmung aufzusaugen und nicht an das Morgen, sondern nur an das Jetzt zu denken.

 

Tag 91 (2. März) – Leuchte, Leuchtturm

Auf zu den Manukau Heads. Hier sollte ein schöner Leuchtturm auf uns warten und das tat er tatsächlich noch. In seinem edlen weißen Gewand stand er auf einer Erhöhung und wachte über die knifflige Meeresenge. In früheren Jahren sind hier einige Schiffe auf Grund gelaufen, unter anderem hat sich hier das 1863 das schwerste Schiffunglück in den Gewässern Neuseelands ereignet.

Der Leuchtturm ist seit 1986 nicht mehr in Betrieb und nur dank privaten Engagements und viel Arbeit in einem solch guten Zustand.

Ein Prachtexemplar, der 12. in Neuseeland in Betrieb genommene Leuchtturm

Von hier aus ging es dann wieder zu einem freien Campingplatz vor den Toren Aucklands, wo wir unsere hoffentlich letzte Nacht in unserem Jimmy verbringen wollten und unsere Sachen soweit packten, dass wir das Auto schnell verlassen konnten.

Neeein, bleib bei uns

 

Tag 92 (3. März) – Verzweifelt in Auckland

„Auckland [ˈɔːklənd], offizielle Bezeichnung Auckland Council, auf Māori: Tāmaki Makaurau oder Ākarana, ist eine Großstadt und zugleich Unitary Authority auf der Nordinsel von Neuseeland. Mit etwas mehr als 1,4 Millionen Einwohnern ist sie die größte Stadt Neuseelands, in der etwa ein Drittel der neuseeländischen Bevölkerung lebt.[4] Die Māori-Bezeichnung Tāmaki Makaurau bedeutet „Eine junge Schönheit mit 100 Liebhabern“, während Ākarana die transkribierte Version von „Auckland“ ist.[5] 

Das landschaftliche Bild des multikulturellen Auckland wird von 53 inaktiven Vulkanen geprägt, zwischen denen sich die Großstadt erstreckt.[6] Ihnen verdankt die Stadt weitläufige Parkanlagen, die bis ins Zentrum hineinreichen. Die Lage an geschützten Meeresbuchten trägt ebenfalls wesentlich zum Bild Aucklands bei, nicht zuletzt durch die zahlreichen Segelboote, die der Stadt den Beinamen City of Sails einbrachte. 

Zum 1. November 2010 wurde aus dem Ballungsraum Auckland (englisch: Greater Auckland bzw. Auckland Metropolitan Area), mit den bis dahin verwaltungstechnisch eigenständigen Städten Auckland City, Manukau City, North Shore City und Waitakere City, den Distrikten Franklin District, Papakura District und Rodney District und dem Auckland Regional Council, der Auckland Council gebildet, der, wie geplant, die Probleme des Großraums Auckland aus einer einheitlichen und zentral organisierten Verwaltungsstruktur heraus lösen soll. Der Auckland Council wurde per Kommunalwahl vom 9. Oktober 2010 politisch legitimiert und fasst seitdem alle vorherigen Verwaltungseinheiten unter der Regierung von einem Bürgermeister und 20 Stadträten zusammen.“ (Quelle: Wikipedia)

Um 6 Uhr morgens klingelte der Wecker und wir machten uns auf nach Auckland. Heute wollten wir auf eine kleine Car Fair, also ein Automarkt, wo sein Auto an den Mann oder die Frau gebracht werden kann. Oder wie wir es am Ende des Tages sahen: „wo Verzweifelte ihr Auto verkaufen und Interessierte ein gutes Schnäppchen machen können.“ Der März ist nicht gerade der beste Monat zum Verkaufen, aber ein sehr guter zum Kaufen eines Autos. Natürlich hatten wir unser Auto auch bei Facebook reingesetzt, wo es zwischen hundert anderen Anzeigen sein Dasein fristete. Wir würden das Verhältnis von Verkäufern zu Käufern ungefähr mit 50:1 beschreiben.

In Reih und Glied am Morgen

Dieses Bild sollte sich dann auch auf dem Automarkt so ähnlich bestätigen. Am Morgen gegen acht Uhr mussten wir dort antanzen und unsere Teilnahmegebühr entrichten. Dann wurde uns ein Platz zugewiesen und wir richteten unser Auto her. Als dann die ersten Interessanten ankamen und mit unserem Auto die erste Probefahrt des Tages gemacht wurde, waren wir noch ganz positiv gestimmt. Leider entschied sich diejenige für ein anderes Auto. Und war damit eine von zwei Käufern an diesem Tag. So lässt sich der Automarkt wie folgt zusammenfassen: Ungefähr 60 Autos wurden feilgeboten, es gab 5 Interessierten und zwei Käufer. Keine gute Quote für uns Verkäufer.

Wolle Auto kaufe?

Am Nachmittag hatten wir noch einen Termin weiteren Interessenten über Facebook, der allerdings auch keinen Erfolg brachte. So suchten wir ziemlich konsterniert und erschöpft unseren Stellplatz für die heutige Nacht auf. Einen Großraumparkplatz im Herzen Aucklands direkt am Westhaven. Übernachtungsmöglichkeit und Parkplatz in Einem. Geht schlechter. Aber auch schöner. Und wir durften noch eine Nacht mit Jimmy verbringen. Juhu ?

Als wir dann auch noch erfuhren, dass Julie und Tim, zwei Freunde aus dem damals weit entfernten Wuppertal, keine 100 Meter von uns entfernt die Gegen erkundeten, werteten wir das als Signal den Kummer hinter uns zu lassen und stattdessen einen netten Abend mit den beiden zu verbringen. Bisher hatten wir noch nichts von der Stadt gesehen und so erkundeten wir mit den Beiden das Hafengebiet. Julie und Tim waren erst am Morgen angekommen und wir verspürten so etwas wie Neid, dass die beiden noch so viel schöne Wochen vor sich hatten, aber vor allem Freude, wenn wir an all die Dinge dachten, die wir erlebt hatten und die die beiden noch vor sich haben.

Viele Grüße aus Neuseeland nach Wuppertal

So erkundeten wir ein paar Esslokale und ließen den Abend mit einem Getränk ausklingen, bevor die Beiden sich auf den Weg zu ihrer Unterkunft machten und wir unseren Schlafparkplatz aufsuchten.

Wer ein Bötchen sucht, wird hier fündig

Tag 93 (4. März) – Tausche großes gegen kleines Auto

Um es kurz zu machen. Wir wachten am nächsten Morgen auf, mit dem festen Willen unsere Laune nicht vom Autoverkauf abhängig zu machen und positiv an die Sache heranzugehen. Was schon auf die Probe gestellt wurde, als wir auf den heutigen Automarkt fuhren. Dagegen war der gestrige eine Dorfveranstaltung. Hunderte Autos drängten sich auf einer riesigen Fläche, darunter auch um die 200 Camper-ähnlichen Autos. Kaum Konkurrenz.

Aber wie heißt es so schön: „Wer sein Auto liebt und pflegt, der bekommt es verkauft.“

Wir hatten Storys gehört, dass genügend Backpacker ihr Auto nicht verkauft bekommen und dann am Flughafen stehen lassen. Es gibt wohl sogar eine Lizenz für Händler, die diese Autos dann einsammeln können. Wahnsinn.

Ziemlich schnell kristallisierte sich heraus, dass zwei australische Brüder an unserem Auto interessiert waren. Damit waren ungefähr 25% der Leute, die auf diesem Automarkt wirklich ein Auto kaufen wollten an unserem interessiert. Cool. Das Problem? Ihr neuseeländischer Onkel, ein harter Verhandlungsführer. Der uns noch einmal schön aufs Brot schmierte, wie schlecht unsere Möglichkeiten sind, aktuell zu verkaufen, wie viele andere Autos es gibt und so weiter. Ach nee. Der ist ja clever.

Aber natürlich hatte er Recht und am Ende war unser Wunsch, dass Auto verkauft zu haben und endlich in unsere letzten zwei Wochen zu starten, größer, als der Wille jetzt den Maximalbetrag für das Auto zu wollen und am Ende es nicht zu verkaufen und noch weitere Tage in Auckland zu verbringen.

Also Handschlag und ab zur Post, wo der Wechsel des Besitzers (Change of Ownership) mitgeteilt wird. Geldübergabe und dann wurden wir noch zum Mietwagenhändler gebracht. Die Suche nach einem Mietwagen gestaltete sich noch etwas komplizierter als gedacht, aber am Ende fuhren wir mit unserem neuen Mini-Mazda als Ersatz für unseren Groß-Mazda los und ließen Auckland mit erleichterten Gefühlen hinter uns.

Aus groß mach klein + Zelt

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