Vietnam

Mũi Né – ein Märchenfluss im Mini Grand Canyon

„Mũi Né ist ein Fischerort in Vietnam. Er liegt in der Provinz Binh Thuan, ca. 220 km von Ho-Chi-Minh-Stadt entfernt, und seit 1999 gehört das Städtchen verwaltungstechnisch zur Provinzhauptstadt Phan Thiết. Bekannt wurde der Ort durch seine erstaunlichen Sanddünen sowie seinen Bade- und Kitesurf-Tourismus.“ (Mui Ne)

Wir kamen nach den siebzig ( 70 !!!) Kilometern auf dem Fahrrad etwas kaputt in Mũi Né an. Wir hatten uns über für zwei Nächte in Bo’s Guesthouse einquartiert. Nach der notwendigen Dusche, um all den Schweiß abzuwaschen und wieder einigermaßen frisch zu wirken, entspannten wir den restlichen Abend, bis uns der Hunger doch noch zu einer kleinen Erkundungstour trieb. Nach dem Essen erkundigten wir uns nach den Beschäftigungsmöglichkeiten für den nächsten Tag und stießen schnell darauf, dass es rund um Mũi Né neben dem Baden und Kiten eigentlich nur vier Highlights gibt: die weißen Sanddünen, die roten Sanddünen, das Fischerdorf und der Fairy-Stream (was das ist, werdet ihr später erfahren). Glücklicherweise ( welch Überraschung) werden alle vier Ziele in einer Tour angeboten. Der Harken? Es gibt die Tour als Sunrise Tour (Abholung um 04:30) oder als Sunset Tour (überlaufen und zu heiße Dünen). Wir entschieden uns für die Sunrise Tour. Kostet ungefähr 5 Euro pro Person für eine ungefähr fünfstündige Tour in einem Gruppen-Jeep. Klingt billig, war es auch, aber war auch klar, dass da noch etwas auf uns zu kommt. 

So standen wir am nächsten Morgen um kurz nach vier auf und machten uns ohne Frühstück auf zum Abholpunkt, der glücklicherweise nur 20 Meter entfernt war. Natürlich wurden wir nicht um halb abgeholt, sondern ungefähr 15 Minuten später. Und der Jeep mit eigentlich vier Sitzplätzen (vorne einer, hinten drei) war schon mit drei Leuten besetzt. Eher wir uns versahen, wurden wir in den Kofferraum auf zwei Plastik-Schemel verfrachtet und das Kofferraum-Fenster zur Belüftung offen gelassen. Am Anfang noch erfrischend, bei bergigen Abschnitten sehr Abgas-lastig und stinkend. Auf der Fahrt holten wir noch zwei weitere Leute ab, die sich zu den anderen beiden auf die Rückbank quetschten. So ging es eine halbe Stunde zu den weißen Sanddünen, um den Sonnenaufgang zu beobachten. Was wir bisher noch nicht gesagt hatten: Es nieselte schon den ganzen Morgen, so dass wir nicht sehr optimistisch waren. 

Als dann beim ersten Halt noch gesagt wurde, um auf die Düne zu bekommen, müssten wir pro Person 8 Euro zahlen, um per Quad hin- und zurückgefahren zu werden, wussten wir erst nicht, ob wir lachen oder weinen sollten. Wir weigerten uns aus Prinzip zusätzlich den fast doppelten Preis der Tour für den Transport zu zahlen und machten uns zu Fuß auf den Weg (ungefähr 15 Minuten Gehzeit). Beim Weggehen war der Preis bereits auf 4 Euro pro Person gesunken, ziemliche Abzocke, weil der Großteil der Leute auch ohne zu zögern gezahlt hatte. Die Dünen waren eigentlich schön, allerdings fanden sich schon viele schwarze Spuren von den Jeeps und den Quads im Sand und der Lärm der Fahrzeuge durchschnitt immer wieder die andächtige Stille. 

Später ging es dann weiter zu den roten Sanddünen, deren Farbe etwas beeindruckender war. Hier konnte man auch Plastikbretter mieten, um die Düne hinabzurutschen. Allerdings waren die Dünen auch nicht hoch, und selbst die vietnamesische Frau, die kaum etwas wog, und die Schlitten vermietete, rutschte immer nur drei Meter weit. Wir wären wahrscheinlich direkt mit dem Brett im Sand versunken und gar nicht von der Stelle gekommen 😀

Nächste Station war das Fischerdorf. Hier wurden am Strand der Fang des Morgens sortiert und die verschiedenen Fische und Meerestiere zum Verkauf angeboten. Schon traurig, wenn man sieht, das Tintenfische oder Krebse in großen Schüssel vor sich hin dümpeln und ihrem Lebensraum nur auf Grund der Selbstverständlichkeit der Menschen, diese Tiere essen zu müssen, herausgerissen wurden. Natürlich ist es für die Menschen hier ein wichtiger, wenn nicht sogar die wichtigste Möglichkeit Geld zu verdienen. 

 

Fishing village in Mui Ne am Morgen

Weiter ging es dann zur letzten Station, dem Fairy-Stream. Das ist ein Fluss, den man bewandern kann und der wie eine Miniatur-Version des Grand Canyons wirkte. Es war an manchen Stellen wirklich wie ein Märchenfluss, der einen immer wieder mit neuen rötlichen Farbverläufen und Mustern überraschte. Der Fluss war das eigentliche Highlight der Tour. Danach war die Tour dann auch beendet. Und wir frühstückten erstmal und holten den wohlverdienten Schlaf nach – und verpassten bei dem Nieselregen auch nichts. 

Nachmittags erkundeten wir dann ein bisschen die Gegend, badeten im Meer, aßen zu Abend, buchten unser Ticket nach Saigon und gingen schließlich mit der Gewissheit schlafen, dass wir morgen in Saigon (Ho-Chi-Minh-City) Jojo und Michel wiedersehen würden. 

Am nächsten morgen ging es weiter mit einem Liegebus ca. 4 Stunden nach Saigon, aus der Innenstadt nahmen wir uns ein Taxi nach Thao Dien, der Stadtbezirk in dem Jojo und Michel im 25. Stockwerk eines Hochhauses wohnen. Endlich konnte man mal wieder schön duschen und richtiges Brot essen. Am Abend ging es dann noch in den Hauseigenen Pool und danach in ein Italienisches Restaurant mit einer riesigen Pizza. Sehr entspannt. 

Am Samstag fuhren wir dann mit Michel zu seiner Firma, die etwas außerhalb der Stadt liegt. Michel hat uns alles erklärt und durch die Firma geführt. Danach haben wir noch einen Ausflug in die Innenstadt gemacht, sind ein bisschen rumgeschlendert und Abends ging es dann hoch auf den Bitexco Tower (Financial Tower), von dem man einen super Ausblick auf die ganze Stadt hat, oben ist auch noch eine Roof Top Bar, in der wir zu Halloween noch Bier und Cocktail geschlürft haben. 

Sonnenaufgang in Saigon

Sonntag morgen mussten wir dann pünktlich um 7 Uhr den Bus nach Kambodscha erreichen, mit dem wir gegen 20.00 Uhr in Siem Reap angekommen sind.

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